Faszinierendes Schauspiel – Vogelzug

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Highlight -Vogelzug der Wildgänse am Niederrhein
foto: U. Schmid | www.fotoarchiv-niederrhein.de

Faszinierendes Schauspiel – Vogelzug ist jetzt in vollem Gange
NABU NRW: Birdwatch am 1. und 2. Oktober

Das faszinierende Schauspiel des Vogelzugs begeistert in jedem Herbst zahlreiche Vogelfreunde. Jetzt ist es wieder so weit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen in den nächsten Tagen und Wochen ihre Brutgebiete in Deutschland, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten. Eine noch größere Zahl wird Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen überqueren und an geeigneten Rastplätzen wie dem ´Unteren Niederrhein´, der ´Weserstaustufe Schlüsselburg´ oder den ´Rieselfeldern Münster´ auftanken, weiterziehen oder aber auch den Winter über Station machen. „Jetzt ist Hauptzugzeit, da lassen sich Schwalben, Stare und Wildgänse, aber auch zahlreiche Durchzügler aus Osteuropa, Sibirien oder Skandinavien besonders gut beobachten“, weiß Bernd Jellinghaus, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie und Vogelschutz des NABU NRW.

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So seien häufig mehrere Entenarten wie Krick-, Knäk-, Löffel- und Schnatterenten gleichzeitig an einem Rastplatz zu sehen, aber auch Seltenheiten wie Prachttaucher, Zwerggans und Regenbrachvogel könne man mit etwas Glück sichten. Die ersten Wintergäste würden nun ebenfalls hier eintreffen, wie die Wildgänse, die sich alljährlich in großen Scharen am Niederrhein versammeln. „Mit nur wenigen Gramm Fett als ´Treibstoff´ legen sie Tausende von Kilometern zurück und tanken hier neue Energie“, so Jellinghaus weiter. Weniger spektakulär sei der Zuzug von Erlenzeisigen. Wer im Herbst und Winter einen Trupp kleiner gelber Vögel im Garten oder Park erblicke, der lautstark in den Zweigen turne und sich über Baumsamen hermache, habe vermutlich Vertreter dieser Art vor sich. Sie verstärkten die Wintermonate über die auch hier lebende, allerdings sehr kleine Population.

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Während es sich die Gäste aus dem Norden und Osten den Winter über hier gemütlich machen würden, zöge es zahlreiche heimische Arten in den Süden. „Vor allem der Mangel an Insekten in der kalten Jahreszeit, die Hauptnahrung vieler unserer heimischen Singvögel, veranlasst diese in den Süden zu ziehen“, erklärt der NABU-Vogelexperte. Manche Arten würden dabei sehr zügig in ihr Wintergebiet ziehen, andere ließen sich dazu monatelang Zeit, wie beispielsweise der Sumpfrohrsänger. Und längst nicht alle Vögel würden in Afrika überwintern. So seien Kurzstreckenzieher wie der Hausrotschwanz bereits im Mittelmeergebiet am Ziel ihrer Wünsche. Besonders gut ließen sich zurzeit die Vorbereitungen der Stare für ihren Abflug verfolgen: Sie würden sich allabendlich an ihren Schlafplätzen zu riesigen Schwärmen zusammenfinden, die mehrere Tausend Tiere umfassen könnten. Bald machten die Stare sich dann auf den Weg in ihre Winterquartiere nach Südwesteuropa. „Aufgrund der immer milderen Winter bleiben aber auch immer mehr Stare hier“, so Jellinghaus.

Wer schon immer wissen wollte, was zur Zugzeit an Vogelschwärmen zu beobachten ist, der hat in diesem Jahr am 1./2. Oktober Gelegenheit, den Vogelzug live mitzuerleben. Zum BirdWatch bietet der NABU bundesweit rund 120 Veranstaltungen an. Alle Beobachtungsergebnisse werden gesammelt, ausgewertet und dann dem europäischen Dachverband BirdLife International zur Verfügung gestellt. Unter www.birdwatch.de gibt es die Möglichkeit zur direkten Online-Eingabe der Zugvogelbeobachtungen. Hier findet sich auch eine aktuelle bundesweite Terminübersicht zum BirdWatch.

Pressemeldung NABU NRW Nr. 41/11 —- 29.September 2011