NABU – Tausende Kraniche und Wildgänse

Naturschutz Niederrhein Wildgänse
Wildgänse – Wintergäste am Niederrhein – Naturschauspiel Vogelzug
foto: U. Schmid | www.fotoarchiv-niederrhein.de

NABU-Beobachtungstipp | Tausende Kraniche und Wildgänse über NRW
Zug in die Winterquartiere in vollem Gange

In ganz Europa sind zurzeit rund 200.000 Kraniche auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Alleine aus Nordrhein-Westfalen wurden am vorigen Wochenende mehrere Zehntausend überfliegende Kraniche gemeldet. „An diesem Wochenende rechnen wir bei schönem Wetter wieder mit zahlreichen Trupps, die auf ihrem Weg nach Spanien und Portugal auch Nordrhein-Westfalen queren“, erklärt Bernd Jellinghaus vom Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Denn noch hielten sich über 100.000 Kraniche an den deutschen Hauptrastplätzen auf.

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Hier verschiebe sich das Gewicht aber Stück für Stück nach Westen. So gingen die Rastzahlen an der Boddenküste rund um Groß Mohrdorf in nur wenigen Tagen von 47.900 auf 31.000 Kraniche zurück, im Rhinluch und im Havelland rasten aktuell 46.700 Kraniche und in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen hat sich die Zahl der Kraniche innerhalb einer Woche von 4.000 auf 45.500 erhöht. Am größten französischen Rastplatz, dem Lac du Der Chantecoq in der Champagne, sind dagegen bereits 34.900 Kraniche eingetroffen.

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Bei günstiger Witterung brechen die Kranichschwärme von ihren nördlichen Sammelplätzen in den frühen Morgenstunden auf und ziehen beiderseits am Harz vorbei. Der Hauptzug überfliegt dabei Osnabrück, Hannover und Göttingen, erreicht dann das Weserbergland, um beim Weiterflug mit 80 Stundenkilometer das östliche Ruhrgebiet zu streifen und entlang des Rheins nach Bonn zu gelangen“, so Jellinghaus weiter. Eine etwas westlichere Zugroute ermögliche Beobachtungen am Niederrhein und in der Eifel. Von hier aus gehe es weiter über Nordfrankreich bis nach Spanien und Portugal.

Im Flug bilden Kraniche eine V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Es folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. „Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Sie legen aber oft eine Pause ein und manches Mal hält sie schlechtes Wetter und Nebel tagelang am Boden“, so der NABU-Vogelexperte. Auf der westeuropäischen Zugroute überwinterten heute rund 70.000 Kraniche in Spanien, 30.000 in Frankreich sowie jeweils wenige tausend Vögel in Portugal und Nordwestafrika. Hauptüberwinterungsregion sei zurzeit mit etwa 50.000 Kranichen die Extremadura in Westspanien.

Während sich die letzten Kraniche auf den Weg nach Süden machen, sind im Gegenzug die ersten Wintergäste in Nordrhein-Westfalen eingetroffen. Bläss- und Saatgänse aus Sibirien versammeln sich alljährlich in großen Scharen am Niederrhein. „Mit nur wenigen Gramm Fett als ,Treibstoff´ legen sie ebenfalls Tausende von Kilometern zurück und tanken hier neue Energie“, erklärt Jellinghaus. Die ersten Wildgänse zählte die NABU-Naturschutzstation Kranenburg bereits Ende September. Seitdem sind zahlreiche neue Trupps eingeflogen. Zurzeit halten sich bereits über 5.000 Tiere am Niederrhein auf. In den nächsten Wochen wird ihre Zahl auf rund 180.000 Wintergäste ansteigen.

Pressemeldung NABU NRW Nr. 47/11—- 21.Oktober 2011